Thermische Kreislaufwirtschaft aus Lindlar: ONI macht Prozessabwärme als Nutzwärme verfügbar und erhöht die Wirtschaftlichkeit industrieller Anlagen
Die ONI-Wärmetrafo GmbH hat die Finalrunde des Umweltwirtschaftspreis.NRW 2026 erreicht. Aus mehr als 100 Bewerbungen wählte eine Fachjury neun Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen für die Endrunde aus. Der Wettbewerb wird vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK ausgerichtet. Ausgezeichnet werden marktfähige Lösungen, die Umwelt, Klima und Ressourcen schützen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen stärken.
ONI wurde für seinen ganzheitlichen Ansatz zur industriellen Energie- und Ressourcenoptimierung nominiert. Im Mittelpunkt steht nicht ein einzelnes Produkt, sondern die intelligente Verknüpfung von Kühl- und Temperiertechnik, Wärmerückgewinnung, Lüftung, Druckluft sowie Wasser- und Energieversorgung zu einem abgestimmten Gesamtsystem. Das Lindlarer Unternehmen begleitet seine Kunden von der Analyse der Energie- und Materialströme über Planung und Anlagenbau bis zu Monitoring, Optimierung und langfristigem Service.
„Die Nominierung bestätigt einen Ansatz, den wir seit mehr als 40 Jahren verfolgen: Wirklicher Umweltschutz muss technisch funktionieren und sich gut rechnen. Wir betrachten deshalb nicht nur einzelne Anlagen, sondern den gesamten Energie- und Ressourcenhaushalt eines Unternehmens. So entstehen Lösungen, die Umweltbelastungen reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden stärken. Genau das verstehen wir unter unserem Motto: Umweltschutz, der sich bezahlt macht“, sagt Wolfgang Oehm, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der ONI-Wärmetrafo GmbH.
Aus Prozessabwärme wird Nutzwärme
Ein zentraler Bestandteil des ONI-Ansatzes ist die Rückgewinnung industrieller Prozessabwärme. In vielen Betrieben wird überschüssige Wärme aus Maschinen, Kühlanlagen oder Produktionsprozessen noch ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Gleichzeitig wird an anderer Stelle Energie benötigt – beispielsweise für die Beheizung von Werkshallen und Bürogebäuden, für Warmwasser oder für weitere betriebliche Wärmebedarfe.
ONI bringt diese Wärmequellen und Wärmebedarfe technisch zusammen. Die Prozessabwärme wird als zurückgewonnene Nutzwärme weiterverwendet. Reicht ihr Temperaturniveau nicht aus, kann es mithilfe einer Wärmepumpe auf die benötigte Temperatur angehoben werden. Je nach Anwendung steht die Wärme anschließend als Heizwärme oder als Prozesswärme für weitere betriebliche Anwendungen zur Verfügung.
So entsteht thermische Kreislaufwirtschaft: Wärme wird nicht nach einmaliger Nutzung an die Umgebung abgegeben, sondern zurückgewonnen und möglichst effizient weitergenutzt. Dadurch werden fossile Energieträger, Energiekosten und CO₂-Emissionen reduziert.
Kreislaufwirtschaft beginnt vor dem Recycling
Bei ONI umfasst dieser Kreislaufgedanke vier eng miteinander verknüpfte Bereiche: Anlagen-, Gebäude-, Prozess- und Wassertechnik. ONI betrachtet diese Bereiche nicht isoliert, sondern verbindet ihre Energie-, Wärme- und Wasserströme zu einem abgestimmten Gesamtsystem. So kann beispielsweise Abwärme aus der Prozesskühlung als Nutzwärme für Gebäude oder andere betriebliche Anwendungen eingesetzt werden, während das benötigte Kühlwasser aufbereitet und möglichst lange im Kreislauf gehalten wird.
ONI versteht Kreislaufwirtschaft nicht erst als Verwertung am Ende eines Produktlebens. Im Mittelpunkt steht vielmehr, vorhandene Technik möglichst lange, sicher und effizient weiterzuverwenden. Anlagen werden deshalb langlebig, modular, reparabel und nachrüstbar konzipiert. Einzelne Komponenten können instandgesetzt, ausgetauscht oder technisch weiterentwickelt werden, ohne das vollständige System ersetzen zu müssen.
Dieser Ansatz gilt auch für bestehende Anlagen anderer Hersteller. Sofern es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, analysiert, modernisiert und optimiert ONI diese Systeme. Der Grundsatz lautet: Prüfen, erhalten, nachrüsten und weiterbetreiben. Dadurch bleiben technische Substanz, Materialien und bereits getätigte Investitionen länger im Nutzungskreislauf. Gleichzeitig sinken Energieverbrauch, Betriebskosten und Umweltbelastungen.
Auch in der Wassertechnik verfolgt ONI einen Kreislaufansatz. Geschlossene Kühlwassersysteme und eine gezielte Wasseraufbereitung reduzieren den Bedarf an Frisch- und Trinkwasser. Die zum Patent angemeldete Technologie ONI-AquaClean senkt die biologische Belastung des Kühlwassers durch mechanische beziehungsweise physikalische Verfahren, eliminiert dadurch den Einsatz von Bioziden und reduziert die Notwendigkeit von Korrosionsschutzmitteln. ONI-Anlagen werden zudem in der Regel ohne wassergefährdende Frostschutzmittel betrieben.
Jährliche Einsparungen
Zurzeit stehen die bei Kunden realisierten ONI-Projekte für eine jährliche Einsparung von ca. 11.316.611.000 kWh Heizenergie und 6.497.872.000 kWh Strom.
Die Gesamteinsparung beträgt demnach ca. 17.814.000.000 kWh Energie bzw. ca. 6.000.000.000 kg CO₂. Dies entspricht ca. 90% des jährlichen Heiz- und Stromverbrauchs der privaten Haushalte in Berlin bzw. in etwa dem Verbrauch der Städte München, Frankfurt am Main, Nürnberg und Leipzig in Summe.
Erfreulicherweise werden die ONI-Energiesparmaßnahmen staatlich gefördert, u. a. durch die NRW.BANK und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).
Heute setzen mehr als 6.400 Kunden in über 70 Ländern auf ONI-Systemtechnik. Entwicklung, Engineering und wesentliche Teile der Wertschöpfung erfolgen am Unternehmenssitz in Lindlar. Damit verbindet ONI industrielle Umwelttechnik „Made in NRW“ mit internationaler Wirkung.
Entscheidung fällt im November
Anlässlich der Bekanntgabe der Nominierten erklärte NRW-Umweltminister Oliver Krischer in der offiziellen Presseinformation der NRW.BANK/Ministerium: „Wirtschaftlicher Erfolg, ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen und eine lebenswerte Umwelt gehen Hand in Hand.“
Die Preisverleihung findet am 18. November 2026 beim 10. SUMMIT Umweltwirtschaft im Umweltministerium in Düsseldorf statt. Die drei ausgezeichneten Unternehmen erhalten Preisgelder in Höhe von 30.000 Euro für den ersten, 20.000 Euro für den zweiten und 10.000 Euro für den dritten Platz.
Quelle: ONI