EU-Kommission stuft pulverförmiges Titandioxid als verdächtiges Karzinogen ein

Die EU-Kommission stuft pulverförmiges Titandioxid als verdächtiges Karzinogen ein. Welche Auswirkungen hat dies auf Rezepturen von Farbmasterbatches?

Titandioxid (TiO2) ist das am häufigsten eingesetzte Weißpigment weltweit – 7, 2 Mio. t werden jährlich verarbeitet, 1,4 Mio. t allein in der EU, davon 480.000 t in Deutschland. Mehr als ein Viertel dieser Menge wird – meist mithilfe von Masterbatches – zur Einfärbung von Kunststoffen verwendet. Diese Zahlen zeigen die Bedeutung dieses Pigments auch für die Kunststoffbranche.

Einstufung von Titandioxid wird in der Lieferkette verbindlich
Doch nun ist es amtlich: Die EU stuft seit Mitte Februar TiO2-Pulver und pulverförmige Gemische mit mindestens 1 % TiO2-Gehalt als „potenziell krebserzeugend durch Einatmen“ ein. Damit zählt das Weißpigment nun grundsätzlich zu den CMR-Stoffen (carcinogen, mutagen, reproduktionstoxisch) und unterliegt damit der CLP-Verordnung der EU (Classification, Labelling, Packaging). Eingestuft wird das Pigment hier in der Kategorie 2 (Verdacht auf karzinogene Wirkung). Es gibt eine 18-monatige Übergangsfrist, damit diese Einstufung in der gesamten Verarbeitungskette umgesetzt werden kann. Ab 1. Oktober 2021 ist die Einstufung in der gesamten Lieferkette verbindlich.
Quelle: K-Zeitung
 
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