"Additive Fertigung - Kooperationschancen mit Henkel": kunststoffland NRW vor Ort beim Vereinsmitglied und Weltkonzern in Düsseldorf

Einblicke in die Labore bei Henkel. Bildquelle: Henkel AG & Co. KGaA, Butterbach

Düsseldorf, Oktober 2018 - Das Interesse war enorm. Vereinsmitglied Henkel als Gastgeber und kunststoffland NRW als Veranstalter hatten nicht mit einem solchen Zulauf bei ihrem ersten gemeinsamen Plattformtreffen gerechnet. Über 50 Vertreter/innen hochinnovativer Firmen - größtenteils ebenfalls Mitglieder des Vereins leifßen sich die Chance nicht entgehen, mehr über die Aktivitäten von Henkel beim immer noch hochaktuellen Thema "Additive Fertigung" zu erfahren. Damit stieß die Veranstaltung fast an ihre Kapazitätsgrenzen. Natürlich lockte auch die Aussicht, persönliche Kontakte oder sogar konkrete Kooperationsmöglichkeiten mit dem Weltkonzern für das eigene Unternehmen zu erschließen - ganz im Sinne optimaler Vernetzung direkt vor Ort am Standort NRW.

Open Innovation
Genau hier lag auch die originäre Motivation der Firma Henkel, wie Dr. Dirk Kasper, R&D Manager Material Science & Engineering, Henkel AG & Co. KGaA, eingangs offen bekannte: "Im Sinne von Open Innovation brauchen auch wir engagierte und leistungsstarke Partner, damit unsere Ideen und Kompetenzen rund um das Thema 3-D-Druck zu echten Innovationen und nachhaltigen Markterfolgen führen." Mit seiner besonderen Mitgliederstruktur, die die gesamte Wertschöpfungskette Kunststoff abbildet, erwies sich der Verein kunststoffland NRW einmal mehr als idealer Partner, der sowohl die Plattform lieferte als auch potentielle Interessenten treffsicher zusammenbringen konnte.

Nach wie vor nehme das Thema "Additive Fertigung" bei kunststoffland NRW breiten Raum ein, betonte Peter Barlog, Geschäftsführender Gesellschafter der Barlog Gruppe und im Vorstand von kunststoffland NRW zuständig für diesen Schwerpunkt. Aber: "Warum beschäftigt uns der 3-D-Druck gerade jetzt, obwohl es die Technologie bereits seit ca. 30 Jahren gibt?" schloss er seine einleitende Frage an, um dann selbst schlüssige Antworten zu liefern: "3-D-Drucker sind heute deutlich günstiger, die Bedienbarkeit ist besser und auch die Materialien sind weiterentwickelt worden. Ein großes Fragezeichen bleibt allerdings immer noch bei der Beurteilung der langfristigen Perspektiven dieser Technologie."  

Einsatz in der Automobilindustrie
Aus der Automobilindustrie konnte Barlog in diesem Zusammenhang brandaktuell vom Treffen zwischen kunststoffland NRW und Ford berichten, das unmittelbar vor der Veranstaltung mit Henkel stattgefunden hatte und teilweise ebenfalls dem Thema "Additive Fertigung" gewidmet war. Mit großer Selbstverständlichkeit würden bei Ford inzwischen Hilfsvorrichtungen für die Fertigung per 3-D-Druck hergestellt, ebenso sei der Ersatzteilbedarf für die Automobilindustrie offenbar ein ganz großes Thema. Auch hier sei jedoch deutlich geworden, dass viele Detailfragen immer noch unbeantwortet blieben. Aus diesem Grunde nehme das Interesse am gemeinsamen Austausch rund um den 3-D-Druck eher noch weiter zu, so der Eindruck bei kunststoffland NRW.

3D-Druck verändert die Industrie
Natürlich stelle sich – so  Barlog – auch die spannende Frage nach dem disruptiven Charakter dieser Fertigungstechnologie und den möglichen gravierenden Veränderungen der gesamten Industrielandschaft, die sie perspektivisch auslösen könne: "Was würde es für uns alle konkret bedeuten, wenn die Mehrheit der Bevölkerung in absehbarer Zeit über eigene 3-D-Drucker verfügen und die gewünschten Produkte, einschl. der entsprechenden Ersatzteile selbst herstellen würde?"

Zukunftsmusik oder nicht? Die Beantwortung dieser Frage blieb zunächst offen, klar wurden jedoch die konkreten Ansatzpunkte der nächsten Zeit, die auch Dr.-Ing. Christian Lindemann, Managing Director am Direct Manufacturing Research Center der Universität Paderborn in seinem grundlegenderen Vortrag zur Additiven Fertigung skizzierte. Große Themen und damit Herausforderungen für die Industrie bleiben demnach weiterhin die Weiterentwicklung der Anlagen, die Konstruktion für den 3-D-Druck, die konsequente Nutzung der Simulation und die Weiterentwicklung der Materialien für die Additive Fertigung.

Kooperationspartner gesucht
Wie umfassend und vorausschauend Henkel das Thema 3-D-Druck besetzen will, erläuterte aus Sicht von Henkel neben Dr. Dirk Kasper und Dr. Philipp Loosen, Head of 3 D Printing, auch Dr. Daniel Rothfuss, Advanced Materials Test & Simulation Engineer, anschaulich und ausführlich. Als Bindeglied zwischen Druckerherstellern und klassischen Industrieanwendern wolle der Konzern die konkreten Industrieanforderungen rund um den 3-D-Druck noch genauer verstehen und grundlegende Fragen klären helfen. Was sind reale Limitierungen beim 3-D-Druck? Welche 3-D-Anwendungen lassen sich identifizieren? Wie lassen sich 3-D-Bauteile perspektivisch in klassische Prozessketten einbauen? Generell beurteile man die Perspektiven des 3-D-Drucks als ressourcenschonende und materialeffiziente Produktionsweise positiv, so die Sicht bei Henkel. Entsprechend verfüge man bereits heute in Kooperation mit HP und Carbon über ein eigenes umfassendes 3-D-Portfolio und könne konkrete Lösungen anbieten, die von der spezifischen Materialentwicklung bis zu umfassenden Services rund um den 3-D-Druck, wie Unterstützung bei Design, Engineering und Post Processing reichen.

Noch mehr Praxiseinblicke in aktuelle Tätigkeitsschwerpunkte von Henkel zum Thema erhielten die Veranstaltungsteilnehmer/innen bei der anschließenden Führung durch die Labore des Konzerns – und waren von der Offenheit und Kooperationsbereitschaft des gastgebenden Unternehmens einmal mehr positiv überrascht. Henkel sucht Kooperationspartner für die 3-D-Materialentwicklung, das Design-Engineering und für die Prozessentwicklung. Insbesondere sind hier auch KMU’s und Start-up’s angesprochen. 

Kein Wunder, dass lebhafte Diskussionen und engagierte Rückfragen auch den letzten Teil der Veranstaltung bestimmten, bis hin zum konkreten Austausch der jeweiligen Kontaktdaten. Vernetzung konkret – alles spricht dafür, dass dieses Ziel hier erreicht werden konnte!

Ansprechpartnerin bei kunststoffland NRW
Vereinsmitglieder, die sich auch im Nachgang noch für die Ansätze bei Henkel interessieren und/oder Kontakt zu den engagierten Fachleuten im Unternehmen aufnehmen wollen, wenden sich bitte an Frau Katja Kirschner, Tel. +49 211 210 940 15, E-Mail: kirschner@kunststoffland-nrw.de

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