Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft - Über Chancen und Herausforderungen 

Dr. Bärbel Naderer und Dr. Hermann Bach begrüßen die Gäste beim Treffen der Vereinsplattform Nachhaltigkeit bei Covestro in Leverkusen.Quelle: kunststoffland NRW

Düsseldorf, März 2017 – „Eine überaus spannende und sehr anregende Veranstaltung“ – so lautete am 21. Februar 2017 die übereinstimmende Meinung zum Treffen der kunststoffland NRW-Vereinsplattform Nachhaltigkeit. Viele Mitgliedsunternehmen waren der Einladung zum Vereinsmitglied Covestro nach Leverkusen gefolgt. Unter der Leitung von Dr. Hermann Bach, Senior Vice President bei Covestro Deutschland und Vorstandsmitglied von kunststoffland NRW, erörterten Vertreter der mittelständischen Kunststoffverarbeitung, Kunststofferzeugung, der Forschung sowie der Abfall- und Recyclingwirtschaft engagiert und außerordentlich lebhaft aktuelle Chancen und Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft.

Fachlichen Input und reichlich Diskussionsstoff gab es zuvor von den Experten Dr. Henning Wilts, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dr. Frank Buckel, Covestro Deutschland sowie Dr. Jörg Lefèvre, DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt.

Wo macht Kreislauf wirklich Sinn?
Über aktuelle Diskussionen auf EU-Ebene und mögliche Auswirkungen auf die Kunststoffverarbeiter referierte Dr. Wilts. Er bedauerte, dass die Debatte über Kunststoffe auf EU-Ebene aktuell nicht systematisch genug geführt werde. Stattdessen beschränke man sich in Brüssel primär auf Themen wie „Plastiktüte“ und „Plastikmüll“, ohne – auch unter ökologischen Vorzeichen - die positiven Beiträge von Kunststoffen in den Blick zu nehmen. Konkrete Impulse der Kommission seien aus seiner Sicht geboten, um innovative Unternehmen entsprechend zu belohnen, aber auch um regulatorische Hemmnisse zu beseitigen, die einer echten Kreislaufwirtschaft im Wege stünden. Man müsse sich allerdings  fragen, ob es tatsächlich Sinn mache, alles in den Kreislauf zu überführen. Hier sei in jedem Fall der Zusammenhang zwischen verstärktem Recycling und einer eventuellen Zunahme von Schadstoffen im Kreislauf zu beachten. Tragfähige Ansätze zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft sieht Wilts etwa bei kunststoffspezifischen Quoten, Mindestrezyklatquoten oder Ökodesign-Vorgaben.

 

Kreislaufwirtschaft  = zu kurz gesprungen?
Dr. Frank Buckel, Covestro forderte dazu auf, ganzheitlich über das Thema Kreislaufwirtschaft nachzudenken. Oberste Priorität habe aus seiner Sicht die Reduktion der Abfallentstehung, nicht die Kreislaufführung – hier seien natürlich besonders auch die Endverbraucher gefordert. Für die Kunststoffindustrie selbst bestehe die zentrale Herausforderung eher darin, Kunststoffe besser und nachhaltiger zu machen. Das Thema Ressourceneffizienz gehöre klar in den Fokus der Diskussion – und der Wertstoff Kunststoff sei ein wahrer „Ressourceneffizienzmeister“, wenn man den ganzen Lebenszyklus von Kunststoffprodukten betrachte.

 

Kreislaufwirtschaft: Vorstellung von Förderprojekten und der Weg dahin
Dr. Jörg Lefèvre stellte in seinem Vortrag die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor, die innovative modellhafte und lösungsorientierte Vorhaben zum Schutz der Umwelt besonders im Mittelstand fördert. Anhand praxisorientierter Beispiele, unter anderem aus dem Bereich der Kunststoffgalvanisierung, skizzierte Dr. Lefèvre Förderprojekte von der Strategie bis zur Umsetzung und forderte ausdrücklich dazu auf, die Unterstützungsmöglichkeit der DBU aktiv zu nutzen. Die vielschichtige und vor allem hochaktuelle Thematik „Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft“, ausgewiesene TOP-Referenten und ein außergewöhnlicher Veranstaltungsort sorgten bei den Anwesenden für durchgängig positives Feedback und den vielfachen Wunsch nach Verstetigung des aufgenommenen Dialogs. Diesem hohen Interesse kommt kunststoffland NRW gerne nach. Fortsetzung folgt!
 

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